Kommentar von Uwe Röhrig.

Hausgemachter Absatzeinbruch in der Automobilindustrie

 

Die neuesten Veröffentlichungen für Deutschland und Europa zeigen einen aus meiner Sicht dramatischen Absatzeinbruch. Die positiven Botschaften über blendende Absätze und Ergebnisse der Autohersteller, blenden jedoch diesen Einbruch in den Home-Märkten aus. Die positiven News kommen aus den USA und weitgehend aus China. Der Rest ist hausgemacht und nicht allein die Schuld der Abwrackprämie, denn die Märkte in Deutschland und Europa sind auch davor schon abgestürzt.

 

Wieso hausgemacht? Hier ein akutes Beispiel aus dem wahren Leben:

 

Mein Fahrzeug, ein SUV der Premium-Kategorie eines japanischen Volumenherstellers mit Hybridantrieb, ist nun nach 36 Monaten im Leasing ausgelaufen. Meine Anfrage bei einem anderen japanischen Volumenhersteller, der auch SUV als Premiumfahrzeuge im Programm hat und neu auf den deutschen Markt drängt, ergab folgendes:

 

Eine Mail-Anfrage meinerseits an den Geschäftsführer des Autohauses, dass ich Interesse an dem und dem Fahrzeug hätte und gerne eine Probefahrt zur Absicherung meiner Kaufentscheidung machen möchte, fand statt. Ich bekam auch am selben Tag noch ein Feedback. Ich wurde gebeten, mit dem Herrn sowieso per Mail in Kontakt zu treten - der könne mir weiterhelfen. Und das war es bisher. Es ist nun schon eine Woche vergangen. Ich werde mich dort nicht melden.

 

Wenn wir im Thema Kundenorientierung und Betreuung eines potentiellen Kaufinteressenten glauben, dass das der richtige Weg ist, müssen wir uns über die oben genannten Meldungen nicht mehr wundern.

 

Die Hersteller können noch so interessante Autos auf den Markt bringen, wenn das Erforderliche an kompromissloser Kundenorientierung dem Sparzwang unterworfen ist, bringt das jedoch gar nichts. Doch es fehlt auch an dem Selbstverständnis der unternehmerischen Eigenverantwortung lokal.

 

„Für das Können gibt es nur einen Beweis, das Tun!  Ebner-Eschenbach

 

Kommentar von Uwe Röhrig, 3. September 2010

 

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